DSL-Alternative LTE - surfen via Mobilfunknetz

LTE Technik

LTE steht für Long Term Evolution. Hinter der Abkürzung versteckt sich ein Mobilfunkstandard, der weltweit entwickelt und umgesetzt wird. In Deutschland ist das LTE-Netz inzwischen je nach Anbieter nahezu flächendeckend ausgebaut. Durch Bandbreiten von theoretisch bis zu 300 MBit/s und praktisch (Stand: 2/2016) mit bis zu 150 MBit/s (Telekom) ist es der Standard eine echte DSL-Alternative.

Was ist LTE?

Der Mobilfunkstandard wird seit der Erweiterung LTE Advanced auch als 4G bezeichnet, also als Standard der vierten Generation. Ziel ist es, den Datenhunger im Mobilfunknetz zu befriedigen. Das gelingt durch eine verbesserte Sendetechnik und auf anderen Frequenzbändern. Die Antennen werden dabei durch eine MIMO-Technik (Multiple Input Multiple Output) ergänzt, mit denen Datenströme kompakter und günstiger gesendet werden können. Zugleich sind die Latenzzeiten deutlich geringer. Damit ist LTE ein Standard zum Surfen, der ressourcenträchtige Anwendungen wie Online-Games, Video-Streaming und IP-Telefonie unterstützt. Nutzer können damit von nahezu jedem Ort ins Internet gehen und dabei Übertragungsraten erzielen, die im normalen DSL-Netz kaum realisierbar sind. Standard ist bis zu 100 MBit/s. Technische Modifikationen werden zukünftig noch schnellere Up- und Downloads ermöglichen.

LTE-Frequenzbereiche

LTE ist nicht auf spezielle Frequenzbereiche ausgelegt. Daher ist die Technik in diesem Punkt relativ zukunftssicher. Bisher nutzten die drei Netzbetreiber Frequenzbänder im Bereich von 800 MHz und 1.800 MHz, 2 GHz, 2,6 GHZ. Zusätzlich versteigerte die Bundesnetzagentur 2015 weitere Frequenzen, die um 700 MHz, 900 MHz und 1500 MHz liegen. Damit kollidieren die Frequenzen mit Diensten wie DVB-T und GSM, die jedoch beide diese Bänder aufgeben müssen.

Netzabdeckung durch LTE

LTE Netzabdeckung

Vorteil von LTE ist die relativ günstige Erweiterung bestehender Mobilfunknetze. Vereinfacht gesagt müssen die bestehenden Funkmasten nur nachgerüstet werden. Das ist inzwischen bei Telekom und Vodafone nahezu flächendeckend geschehen. Das O2-Netz weist noch wenige weiße Flecken auf. Da E-Plus inzwischen zur O2-Mutter Telefonica gehört, können E-Plus-Nutzer mit ihren LTE-Tarifen via Roaming auf das bessere O2-Netz zurückgreifen und so blinde Flecken in ihrer Netzabdeckung umgehen. Generell ist es aber wie bei UMTS: Es gibt Regionen wie zum Beispiel in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie in einigen Bergregionen, in denen LTE nach wie vor nicht verfügbar ist.

Hier die Netzabdeckung der drei Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland prüfen

DSL-Alternative auf dem Land

Allerdings sind viele Gebiete erschlossen, in denen keine schnellen DSL-Anbindungen möglich sind. Daher ist der Mobilfunkstandard eine sehr wichtige DSL-Alternative im ländlichen Raum. Dazu benötigen Nutzer einen speziellen LTE-Router, der die Daten zwischen heimischem WLAN und Mobilfunknetz hin- und herschickt. Zum Teil bieten einige Unternehmen auch Hybrid-Lösungen an, bei denen ein größerer Datenstrom über das LTE-Netz und ein kleinerer über den DSL-Anschluss abgewickelt werden. Problem bei beiden Lösungen ist anders als bei einer DSL-Flatrate eine Obergrenze beim Datenvolumen, nach deren Erreichen die Geschwindigkeit in der Regel gedrosselt wird. Alternativ können teilweise Datenpakte nachgekauft werden.