Surfen mit ISDN als DSL-Alternative

ISDN Technik

Ein Telefonanschluss mit der ISDN Technik (Integrated Services Digital Network) ist nicht ausschließlich nur zum Telefonieren vorgesehen. Die digitale ISDN Technik bietet die Basis für alle Telekommunikationsnetze, zumal ISDN in Deutschland bis auf geringe Teile flächendeckend verfügbar ist.

Als Alternative zu DSL ist ein ISDN Anschluss in Erwägung zu ziehen, wenn andere Möglichkeiten das Internet zu nutzen fehlgeschlagen sind. Das ist immer noch bei einigen deutschen Haushalten der Fall. Es empfiehlt sich, auch andere Wege auszuschließen, weil ein ISDN Anschluss eher als absolute Notlösung anstatt einer DSL-Alternative anzusehen ist. Weder an die Geschwindigkeit, noch an den Preis von DSL reicht diese Anschlussart heran. Jeder Telefonanschluss der Deutschen Telekom bietet entweder eine ISDN-Verbindung oder eine analoge Variante.

ISDN bietet mehr Leistung

Wenn eine Internetverbindung über den Telefonanschluss verwendet werden muss, sollte man den ISDN Anschluss bevorzugen. Dieser ist zwar in der monatlichen Grundgebühr etwas teurer, bietet aber durch zwei Leitungen mehr Komfort. Die digitale ISDN Technik bietet doppelt so viel Leistungsfähigkeit wie die eines einfachen analogen Telefonanschlusses. Mit dem Abschluss eines neuen Vertrages erhält man wahlweise drei bis zehn Rufnummern gestellt, und eine zweite Telefonleitung. Für den reinen ISDN Anschluss wird lediglich eine normale TAE-Anschlussdose benötigt, die zweite Leitung ist virtuell, dafür muss kein zweites Kabel verlegt werden. Als Zusätzgerät erhält man vom Anbieter das Netzabschlussgerät, Kurzform "NTBA" (ISDN Basic rate Access), an die per ISDN-Kabel Endgeräte wie ISDN-Telefon oder eine ISDN-Telefonanlage direkt an einen der Ausgänge angeschlossen werden können.

Spezielle Hardware zum Internet surfen

ISDN Modem

Zusätzlich wird ein ISDN-taugliches Modem, eine ISDN Karte benötigt, die häufig in eine Telefonanlage integriert ist (siehe Bild). Passende Angebote siehe hier bei Amazon. Ein alternativ nutzbares Analogmodem müsste mit einem Wandler präpariert werden, wodurch die etwas höhere Bandbreite wieder verloren gehen würde. Zu Beginn des Internetzeitalters musste sich der Verbraucher entscheiden, ob er telefonieren oder im Internet surfen wollte. War das Modem mit dem Internet verbunden, konnten keine Telefongespräche entgegengenommen werden, der Anrufer bekam den Besetztton zu hören. Über eine ISDN-Leitung lassen sich beide Wege der Kommunikation zeitgleich nutzen, da der Anschluss aus vier unterschiedlichen Kanälen besteht. Die Basis sind die B-Kanäle, beide fungieren als Leitung zur Kommunikation (Nutzkanal). Der dritte Kanal ist für Steuerinformationen (D-Kanal) vorgesehen, einen weiterer Kanal nimmt die Synchronisation und Steuerzwecke vor. Wenn einer der Basiskanäle für Telefonate genutzt wird, kann der andere als Kanal für die Datenübertragung verwendet werden.

Technik ist veraltet

Als die ISDN Technik als Verbindungsmöglichkeit neu entwickelt wurde, waren die Preise noch verhältnismäßig hoch und die Technologie wurde überwiegend von Firmen und Behörden verwendet. Mit der immer flächendeckenderen Digitalisierung von Privatanschlüssen und der Entstehung von DSL und anderen Alternativen sank das Preisniveau und ein ISDN-Anschluss ist heute für nahezu jeden Haushalt erschwinglich. Bezüglich der Surfgeschwindigkeit kann ISDN nicht mit DSL mithalten, denn es steht dem Verbraucher nur eine Bandbreite von rund 64 Kbit/s zur Verfügung. Als Option kann eine Kanalbündelung vorgenommen werden, durch diese lässt sich die maximale Geschwindigkeit auf bis zu 128 Kbit/s steigern. Dieses bedeutet dann aber auch doppelte Verbrauchskosten.

Es gibt bei einer Verbindung per ISDN Technik deutliche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Analog-Verbindung. Zum einen besticht ISDN durch die schnellere Datenübertragung und zum anderen kommt es deutlich seltener zu Abbrüchen der Onlineverbindung oder zu Störungen bei einem Telefonat.