Hybrid-DSL – mobiler Turbo für die Internetverbindung

Hybrid-DSL

Breitbandanschlüsse sind längst kein Standard. Besonders im ländlichen Raum suchen Nutzer teilweise verzweifelt nach Alternativen zu einer lahmen Internetverbindung. Eine Lösung ist Hybrid-DSL. Diese Technik kombiniert einen bestehenden Internetanschluss mit dem LTE-Netz und beschleunigt so den Datendurchsatz.

So funktioniert Hybrid-DSL

Die Technik ist einfach erklärt: Ein besonderer Hybrid-Router arbeitet sowohl mit dem Modem des DSL-Anschlusses als auch mit dem LTE-Mobilfunknetz. Entsprechend sind ein DSL-Port und eine Antenne für das LTE-Netz am Gerät erforderlich. Damit kann der Router beide Datenkanäle so miteinander verbinden, dass die Informationen über beide Netze geschickt werden. Das bedeutet gegenüber der langsamen DSL-Leitung einen deutlichen Geschwindigkeitsschub. Auf diese Weise sind 30 bis 50 MBit/s möglich, an einigen Orten je nach Netzausbau auch bis zu 100 MBit/s. Gegebnüber einer reinen Mobilfunklösung hat Hybrid-DSL den Vorteil, dass ein größerer Teil der Daten über die Leitung geschickt wird. Durch die Entlastung der Netze sind andere Konditionen möglich als die typische Volumensbegrenzung im Mobilfunk.

Erforderlich ist jedoch eine besondere Technik. Zum einen muss ein DSL-Anschluss vorhanden sein, der auf IP-Basis funktioniert. Diese neue Signaltechnik wird bei neuen Anschlüssen standardmäßig genutzt. Allerdings gibt es gerade im ländlichen Raum häufig noch alte, nicht umgestellte Anschlüsse. Erforderlich ist ebenfalls eine Verbindung zum LTE-Netz, was trotz eines forcierten Aufbaus noch immer nicht flächendeckend verfügbar ist.

Anbieter von Hybrid-DSL

Bisher bietet nur die Telekom Hybrid-DSL, mehr Infos auf der Telekom Webseite. Vodafone steht vor ersten Tests. Ein entsprechender Tarif soll sich vorwiegend an Gewerbekunden richten.

Vorteile von Hybrid-DSL

Hybrid-DSL spielt im ländlichen Raum seine gesamte Stärke aus. Denn trotz eines (nur) theoretischen Maximums von bis zu 100 MBit/s sind viele Breitbandanschlüsse in Ballungsgebieten schon heute in der Praxis leistungsstärker. Der Geschwindigkeitsvorteil der Hybrid-Technik ist marginal oder verpufft sogar ganz. In einigen Regionen sind jedoch selbst Leitungen mit 6 MBit/s Mangelware. Hier profitieren private Nutzer und Gewerbetreibende von einer schnelleren Internetverbindung.

Nachteil von Hybrid-DSL

Vorteile von Hybrid-DSL

Die Technik hat aber auch Nachteile. Sie ist allenfalls als vorübergehender Ersatz für einen Breitbandausbau zu sehen, der leistungsstärkere Verbindungen bedeutet. Auch die Kosten bzw. das Transfervolumen sind im Auge zu behalten. Bisher ist in keinem Tarif eine Datendrosselung vorgesehen, die nach Erreichen einer gewissen Transfermenge die Geschwindigkeit reduziert. Ob das so bleibt oder Anbieter ab gewissen Kapazitäten Zusatzentgelte fordern, bleibt abzuwarten.

Ebenfalls ein Nachteil ist die Voraussetzung. Nicht jeder Anschluss ist bereits auf die IP-Technik umgestellt, sodass ausgerechnet ländliche Regionen nicht alle von Hybrid-DSL profitieren können. Ein weiterer Nachteil kann der Empfang sein. Der Router muss so aufgestellt werden, dass er einerseits einen guten LTE-Empfang aufweist, andererseits aber nicht zu weit vom DSL-Anschluss entfernt ist. Je nach Gebäude kann dies zu einem Problem werden.